AntiGravity Yoga

AntiGravity Yoga: Wenn Schweben zur Selbstfürsorge wird

Es gibt Momente im Leben, in denen man sich wünscht, für einen Moment einfach alles loszulassen – die Verantwortung, die Erwartungen, die Anspannung, die sich über Jahre im Rücken und in den Schultern festgesetzt hat. AntiGravity Yoga schenkt dir genau das: einen Moment, in dem du dich buchstäblich tragen lässt, statt selbst zu tragen.

Wenn du zum ersten Mal in einem seidig-elastischen Tuch hängst, das dich sanft umschliesst, passiert etwas Schönes: Für ein paar Atemzüge musst du nichts leisten. Du darfst einfach da sein, gehalten, schwerelos. Für Frauen, die es gewohnt sind, für alle anderen die Stütze zu sein, kann genau das ein kleines, kraftvolles Erlebnis sein.

Was genau ist AntiGravity Yoga?

AntiGravity® ist ein geschütztes Konzept, das 2007 vom amerikanischen Gymnastik- und Akrobatik-Choreografen Christopher Harrison in New York entwickelt wurde. Kernstück ist die sogenannte AntiGravity-Hammock – ein spezielles, extrem reissfestes Tuch, das von der Decke hängt und dich beim Training trägt. Kombiniert werden dabei Elemente aus Yoga, Pilates, Tanz und Akrobatik zu einem Training, das gleichzeitig kräftigt, dehnt und entspannt.

Wichtig zu wissen: „AntiGravity“ ist ein Markenname mit lizenzierten Trainer-Ausbildungen. Viele Studios bieten unter dem allgemeineren Begriff „Aerial Yoga“ oder „Luftyoga“ sehr ähnliche, aber nicht offiziell lizenzierte Varianten an. Beides kann wunderschön sein – wenn dir die Marke wichtig ist, lohnt sich ein kurzer Blick, ob ein Studio explizit mit „AntiGravity®“ wirbt oder allgemeiner von Aerial Yoga spricht.

Die Hängematte, die alles ins Rollen brachte

Herzstück des Konzepts ist die sogenannte AntiGravity-Hammock – von Christopher Harrison selbst entwickelt und über Jahre hinweg immer weiter verfeinert. Anders als viele Nachahmerprodukte besteht sie nicht aus umfunktioniertem Fallschirmstoff oder klassischer „Seide“, sondern aus einem eigens entwickelten Spezialgewebe, das genau die richtige Balance zwischen Spannung und Dehnbarkeit bietet – so entsteht ein Material, das gleichzeitig sicheren Halt und ein angenehm weiches, tragendes Gefühl gibt.

Ein paar Eckdaten, die zeigen, warum Harrison bis heute als Massstab der Branche gilt:

  • Belastbarkeit: Die Hängematte ist geprüft und hält Kräften von über 450 Kilogramm stand.
  • Vielseitig einstellbar: Sie lässt sich in der Höhe stufenlos anpassen – geeignet für nahezu jede Körpergrösse und jedes Alter.
  • Pflegeleicht: Trotz des robusten Spezialgewebes ist sie maschinenwaschbar und dabei erstaunlich leicht.
  • International anerkannt: Die Ausbildung und das Hammock-Konzept sind unter anderem von der NASM (National Academy of Sports Medicine) und der AFAA (Aerobics & Fitness Association of America) akkreditiert.

Harrison selbst bezeichnet sein Tuch als das Original, an dem sich seither die gesamte Aerial-Yoga-Branche orientiert – „oft kopiert, nie erreicht“, wie es auf der offiziellen Seite heisst. Und tatsächlich: Ob im Studio oder mittlerweile auch für zu Hause erhältlich, die AntiGravity-Hammock war der Ausgangspunkt für das, was heute weltweit als Aerial Yoga bekannt ist.

Die Wirkung: Was beim Schweben mit dir passiert

Entlastung für die Wirbelsäule. In den umgekehrten Positionen, bei denen du kopfüber im Tuch hängst, wird die Wirbelsäule durch die Schwerkraft sanft gedehnt statt gestaucht – ganz im Gegensatz zum Alltag, in dem Sitzen und Stehen die Bandscheiben stetig belasten. Auch die amerikanische TV-Gesundheitssendung „The Doctors“ hat AntiGravity in diesem Zusammenhang positiv hervorgehoben, unter anderem für die entlastende Wirkung auf die Gelenke.

Kraft und Beweglichkeit gleichzeitig. Weil du dein eigenes Körpergewicht ständig im schwingenden Tuch stabilisieren musst, wird nahezu jeder Muskel aktiviert – besonders die tiefe Rumpfmuskulatur. Gleichzeitig ermöglichen die Umkehrhaltungen Dehnungen, die am Boden kaum erreichbar wären.

Stressabbau, der messbar ist. Auch wenn die Forschung zu AntiGravity Yoga im engeren Sinn noch jung ist, ist die stressreduzierende Wirkung von Yoga allgemein gut belegt: Mehrere Studien zeigen, dass regelmässiges Yoga den Cortisolspiegel – unser Stresshormon – nachweislich senken kann, während gleichzeitig das parasympathische Nervensystem, unser „Ruhenerv“, aktiviert wird. Genau diese Kombination aus sanfter Anstrengung, bewusster Atmung und dem spielerischen Element des Schwebens macht AntiGravity Yoga zu einem besonders wirksamen Anti-Stress-Moment.

Das kindliche Gefühl des Spielens. Viele Teilnehmerinnen berichten, dass sie sich im Tuch an etwas erinnert fühlen, das im Erwachsenenleben oft verloren geht: das unbeschwerte Schaukeln, Drehen und Loslassen aus Kindertagen. Dieses spielerische Element ist mehr als nur nett – es hilft, aus dem ständigen „Funktionieren-Müssen“ auszusteigen, und genau das kann für Frauen, die viel Verantwortung tragen, eine kleine, wertvolle Auszeit sein.

Für wen ist es geeignet – und für wen (noch) nicht?

AntiGravity Yoga ist grundsätzlich für viele Fitnesslevel geeignet – die meisten Studios bieten Einsteigerkurse an, in denen du dich zunächst mit dem Tuch vertraut machst. Wegen der Umkehrhaltungen gibt es aber ein paar Situationen, in denen du vorher unbedingt Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt halten solltest: bei Bluthochdruck, Glaukom (grüner Star), Schwangerschaft, akuten Rückenproblemen oder kürzlich erfolgten Operationen. Ein gutes Studio wird dich danach ohnehin fragen und Alternativen anbieten, falls Umkehrhaltungen für dich (noch) nicht geeignet sind.

Ich trainiere in Hessnatur Yoga & Activewear. Wenn du auch lieber in Naturfaser trainierst, schau doch bei deren Webseite vorbei.*

Bei dieser Trainingsstunde solltest du darauf achten, dass du ein langärmliges Shirt trägst und ein Outfit generell OHNE Reissverschlüsse. Der Reissverschluss könnte sich im feinen Stoff der Hammock verhaken.

AntiGravity- und Aerial-Yoga-Studios im DACH-Raum

Das Angebot verändert sich immer wieder – neue Studios kommen dazu, andere bieten es nur noch auf Anfrage an. Diese Liste ist deshalb eine Orientierung, keine vollständige Übersicht. Für die aktuellste, offizielle Übersicht lizenzierter AntiGravity®-Studios lohnt sich zusätzlich ein Blick in den offiziellen Location Finder von AntiGravity Fitness.

Schweiz

  • Holmes Place – bietet „Antigravity Fitness“ an mehreren Schweizer Standorten an (u. a. Zürich)
  • mybodyfitness – AntiGravity-Fitness/Aerial-Kurse, mehrere Standorte in der Schweiz

Deutschland

  • Holmes Place Deutschland – „AntiGravity“ im Kursangebot an mehreren der 14 deutschen Standorte
  • VI-Dance, Essen – AntiGravity Yoga als Privatstunde oder Gruppenevent buchbar
  • FLYoga / Aerial Yoga Academy, Heidelberg – Aerial-Yoga-Klassen und -Ausbildungen von zertifizierten AntiGravity-Trainer:innen
  • Studio One, München – eines der ersten Studios, das Aerial Yoga in München etabliert hat (reguläre Klassen + Einsteiger-Workshop)
  • Aerial Yin Yoga, Hamburg – Kurse einer zertifizierten AntiGravity-Yoga-Lehrerin

Österreich

  • Antigravity Fitness & Yoga by HdB, Wien – Aerial Yoga, Bungee Fitness und weitere Antigravity-Trainings im 2. Bezirk

Tipp zur Suche vor Ort: In grösseren Städten lohnt es sich zusätzlich, auf Plattformen wie Eversports, Urban Sports Club oder ClassPass nach „Aerial Yoga“ oder „AntiGravity“ in deiner Nähe zu suchen – dort finden sich oft auch kleinere, lokale Studios, die (noch) nicht überregional bekannt sind.

Also, meine liebe Liebende,

du musst nicht sportlich, flexibel oder mutig sein musst, um es auszuprobieren. Du darfst einfach neugierig sein – und dir erlauben, dich für eine Stunde tragen zu lassen, anstatt selbst zu tragen. Manchmal beginnt Selbstfürsorge genau so: schwebend, ein kleines Stück über dem Boden, ganz bei dir.

Ich kann dir nur eins sagen: I LOVE IT!


Teil der FREE Living Reihe – für Frauen, die bereit sind, sich selbst wieder an die erste Stelle zu setzen.

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