Der Vollmond-Fehler, den fast jede Frau macht
Du liegst wach, bist gereizter als sonst, ein Kommentar deines Partners trifft dich härter als er sollte – und irgendwann seufzt du: „Ist ja klar, ist Vollmond.“ Der Satz ist schnell gesagt. Und genau darin liegt der Fehler, den fast jede Frau irgendwann macht: den Vollmond als Erklärung zu nehmen – und dann nicht weiter hinzuschauen.
Der Fehler: Den Vollmond als Schlusspunkt nutzen, nicht als Startpunkt
„Es ist halt Vollmond“ ist ein bequemer Satz. Er erklärt die schlechte Laune, die dünne Haut, den Streit, der aus dem Nichts kam – und macht gleichzeitig Schluss mit dem Nachdenken. Das Problem dabei: Der Vollmond wird so zur Endstation, obwohl er eigentlich der Anfang einer viel interessanteren Frage sein könnte – nämlich, was da eigentlich gerade in dir hochkommt, und warum.
Was der Vollmond wirklich mit dir macht
Wie im Artikel über Vollmond und Schlaf bereits beschrieben, gibt es einen wissenschaftlich untersuchten Zusammenhang zwischen Vollmond und Schlafqualität: In einer vielbeachteten Studie der Universität Basel unter Prof. Dr. Christian Cajochen zeigte sich, dass Menschen rund um Vollmond im Schnitt länger zum Einschlafen brauchten, insgesamt weniger schliefen und einen reduzierten Tiefschlafanteil hatten – begleitet von einem niedrigeren Melatoninspiegel. Auch wenn nicht alle Folgestudien diesen Effekt in gleicher Stärke bestätigen konnten, ist der grundsätzliche Mechanismus plausibel: schlechterer Schlaf bedeutet weniger emotionale Pufferkapazität am nächsten Tag.
Das heisst: Der Vollmond selbst erschafft deine Gefühle nicht neu. Er wirkt eher wie ein Vergrösserungsglas – durch Schlafmangel und die damit verbundene erhöhte Reizbarkeit kommt einfach das stärker an die Oberfläche, was ohnehin schon da war. Ein ungelöster Konflikt, ein unterdrücktes Bedürfnis, ein Gefühl von „mir wird nicht zugehört“ – all das wird bei Vollmond nicht erfunden. Es wird nur lauter.
Warum das ein Unterschied ist, der zählt
Wenn du eine unruhige Vollmondnacht einfach nur „wegerklärst“, verpasst du die eigentlich wertvolle Information, die in diesem Moment steckt. Die Gereiztheit, die plötzlich auftaucht, die Tränen, die schneller kommen als sonst, der Gedanke „So kann es nicht weitergehen“ – das sind keine launischen Zufallsprodukte des Mondes. Das sind oft echte, berechtigte Gefühle, die im hektischen Alltag sonst einfach untergehen und sich in einer Nacht mit dünnerer Haut endlich Gehör verschaffen.
Frauen, die diese Momente konsequent auf den Mond schieben, verpassen dadurch regelmässig eine Gelegenheit zur echten Selbsterkenntnis. Der Vollmond wird zur bequemen Ausrede – und das, was eigentlich gehört werden möchte, bleibt weiterhin ungehört.
Was du stattdessen tun kannst
Frag nach, statt zu erklären. Wenn du merkst, dass du bei Vollmond besonders dünnhäutig bist, frag dich statt „Ist ja klar, Vollmond“ lieber: Was genau macht mich gerade so wütend, traurig oder unruhig? Woran erinnert mich dieses Gefühl?
Schreib es auf, bevor es wieder verschwindet. Gerade weil der Vollmond emotionale Themen kurzzeitig an die Oberfläche bringt, lohnt es sich, in dieser Nacht oder am Folgetag ein paar ehrliche Sätze zu notieren – bevor der Alltag alles wieder zudeckt.
Mir half es, alles in einem Tagebuch * festzuhalten.
Schau auf Muster, nicht auf Einzelmomente. Kommt bei dir immer wieder dasselbe Thema hoch – Erschöpfung in der Beziehung, das Gefühl, ständig zurückzustecken, unterdrückter Ärger? Wenn sich ein Gefühl von Vollmond zu Vollmond wiederholt, ist das kein Zufall, sondern ein Hinweis, den es sich lohnt ernst zu nehmen.
Hierfür kannst du einen Mondkalender zur Hilfe nehmen, mit dem du deine Gefühle pro Vollmond in dein Tagebuch eintragen und Muster über mehrere Monate sichtbar machen kannst.
Nutze die Nacht, statt sie zu bekämpfen. Statt frustriert wach zu liegen, kannst du die unruhige Energie aktiv nutzen – für ein ehrliches Journaling, ein klärendes Gespräch am nächsten Tag oder einfach die bewusste Entscheidung, morgen einen ersten kleinen Schritt zu gehen.
„Ich habe gemerkt: Mit einem eleganten Stift, der zu mir passt, fühlt sich das, was ich schreibe, gleich bedeutsamer an. Für mein Vollmond-Journaling greife ich am liebsten zu diesem Stift.„
Also, meine liebe Liebende, der Mond zeigt dir nur, was längst da war
Der eigentliche Fehler ist also nicht, dass der Vollmond dich beeinflusst – das darf er. Der Fehler ist, bei „Ist halt Vollmond“ stehen zu bleiben, anstatt genauer hinzuschauen. Die nächste unruhige Vollmondnacht ist vielleicht keine Störung deines Alltags, sondern eine Einladung, endlich hinzuhören, was du dir selbst schon lange nicht mehr richtig zugehört hast.
Teil der FREE Living Reihe – für Frauen, die bereit sind, sich selbst wieder an die erste Stelle zu setzen.






















